KFZ-Halle

RW KFZ-Halle

Rettungskräfte können gefährdet werden, wenn Verkehrs-, Flucht- und Rettungswege sowie Stellplätze für Einsatzfahrzeuge in Rettungswachen zu eng bemessen sind.

Für die Größe der Stellplätze können die in der DIN 13049 „Rettungswachen – Bemessungs- und Planungsgrundlagen“ festgelegten Mindestabmessungen zur Planung von Stellplätzen übernommen werden. Die Stellplatzlänge ergibt sich aus der Fahrzeuglänge zuzüglich Länge der ausgefahrenen Krankentrage, ergänzt um Sicherheitsabstände von jeweils 0,50 m (ASR A1.8 „Verkehrswege“). Bei Krankenkraftwagen nach DIN EN 1789 beträgt die Stellplatzgröße mindestens 55 m². Dabei beträgt die Länge der Fahrzeughalle mindestens 10 m.

Dadurch ist es möglich, z. B. im Winter und bei Regen, notwendige Tätigkeiten am Fahrzeug geschützt in der Halle durchzuführen. Bei Endeinstellplätzen und festen Einbauten (z. B. Stützen) ist jeweils eine freie Durchgangsbreite von mindestens 0,50 m zusätzlich vorzusehen.

Bei der Festlegung der Stellplatzbreite wurde grundsätzlich von der maximalen nach Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) zulässigen Fahrzeugbreite ausgegangen. Zwischen Fahrzeugen, Geräten und Gebäudeteilen verbleibt eine Verkehrswegbreite von mindestens 0,50 m bei geöffneten Fahrzeugtüren oder ‑klappen sowie herausgefahrener Krankentrage.

Auch bei bestehenden Fahrzeughallen sind die Sicherheitsabstände grundsätzlich einzuhalten.

Die Raumgrößen der Fahrzeughallen müssen bei Fahrzeugen mit größeren Abmessungen, wie Intensivtransportwagen (ITW) oder Schwerlast-RTW, gesondert beachtet werden. Die vorgegebenen Mindestabmessungen des Stellplatzes dürfen durch Stützen und andere Bauteile nicht eingeengt werden. Bei den Stellplätzen müssen Fahrzeuglängsachse und Tormitte übereinstimmen.

Der Bodenbelag in der Fahrzeughalle sollte dem Stand der Technik entsprechend in der Bewertungsgruppe R 12 (Bewertungsgruppe der Rutschgefahr R-Gruppe) ausgeführt werden (vgl. Technische Regel für Arbeitsstätten, ASR Fußböden A1.5/1,2 Ziffer 26.1) [36] . Die Belastungsart und das spätere Reinigungsverfahren für den Fußboden können Einfluss auf die Auswahl des Bodens haben.

Für die Kfz-Halle ist als Richtwert eine Nennbeleuchtungsstärke von mindestens 150 lx vorzusehen (ASR A3.4 Beleuchtung). Die Beleuchtung von Fahrzeugstellplätzen muss mit Tageslicht möglich sein. Die Leuchten sollten so angebracht sein, dass die Beleuchtungsstärke auch ausreichend ist, wenn das Rettungsfahrzeug auf der Stellfläche steht. Dies kann erreicht werden, wenn die Leuchten über den Verkehrswegen angeordnet sind. Die Ver­kehrswege dürfen nicht im Schatten der Fahrzeuge liegen.

Durchfahrten müssen so angelegt sein, dass auch unter Einsatzbedingungen Gefährdungen der Versicherten durch das Bewegen der Fahrzeuge vermieden werden. Eine sichere Durchfahrt wird für alle Stellplatzgrößen durch eine Mindestdurchfahrtsbreite von 3,60 m ermöglicht. Der zu beiden Seiten erforderliche Mindestsicherheitsabstand von 0,50 m ist zu gewährleisten.

Fahrzeughallen sind mit schnell laufenden, kraftbetätigten Toren zu versehen (vgl. DIN 14092-1).

Es ist erforderlich, dass eine Toröffnung auch per Hand möglich ist. Auch im Notbetrieb muss die Öffnungsgeschwindigkeit 250 mm/s betragen. Elektrische Torantriebe müssen frostgeschützt installiert werden, sodass auch im Winter die einwandfreie Funktion gewährleistet ist.

Bei der Verwendung von Toren, die nicht im Sichtfeld der Fahrerin bzw. des Fahrers sind, muss eine Signalanlage eindeutig anzeigen, wenn die lichte Durchfahrtshöhe sicher freigegeben ist.

Türen in kraftbetätigten Toren müssen barrierefrei sein. Schlupftüren in Toren sollten vermieden werden. Sind diese nicht zu vermeiden, sollten bevorzugt Schlupftüren in Toren eingesetzt werden, die keine Stolperstellen aufweisen. Lassen sich konstruktionsbedingt Stolperstellen nicht vermeiden, sind sie deutlich und dauerhaft als Gefahrstellen zu kennzeichnen. . Sie müssen eine freie Durchgangshöhe von mindestens 2,00 m haben. Fußbodenstellen, an denen sich die Gefahr des Stolperns oder Ausrutschens technisch nicht vermeiden lässt, sind entsprechend der ASR A 1.3 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“ zu kennzeichnen (vgl. ASR A1.5/1,2  Fußböden, Ziffer 8). [36] Somit müssen vorhandene Schlupftüren, die in Toren konstruktionsbedingt Stolperstellen aufweisen, mit gelb-schwarzer Sicherheitskennzeichnung versehen werden.


Beim Errichten von neuen Rettungswachen muss die lichte Mindesthöhe über Alarmierungswegen eine lichte Durchgangshöhe von min. 2,20 m haben. Die Höhe von 2,20 ergibt sich zum Beispiel, wenn bereits auf den Alarmierungswegen Schutzhelme getragen werden sollten (vgl. DIN 14092-1, Tabelle 4, Anforderungen an die Räume).

Kraftbetätigte Türen und Tore müssen nach den Vorgaben des Herstellers vor der ersten Inbetriebnahme, nach wesentlichen Änderungen sowie wiederkehrend sachgerecht auf ihren sicheren Zustand geprüft werden. Die wiederkehrende Prüfung sollte mindestens einmal jährlich erfolgen. Die Ergebnisse der sicherheitstechnischen Prüfung sind aufzuzeichnen und in der Arbeitsstätte aufzubewahren. Die sicherheitstechnische Prüfung von kraftbetätigten Türen und Toren darf nur durch Sachkundige durchgeführt werden, die die Funktionstüchtigkeit der Schutzeinrichtungen beurteilen und mit geeigneter Messtechnik, die z. B. den zeitlichen Kraftverlauf an Schließkanten nachweist, überprüfen können (siehe ASR A 1.7 Türen und Tore, Ziff.10.2 (1) und (2)).[2134]

Dieselmotoremissionen (DME) sind Gefahrstoffe mit krebserregenden Eigenschaften. Die speziellen Schutzmaßnahmen sind in der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 554 festgelegt. Hier ist eine Gefährdungsbeurteilung erforderlich.

Auch wenn in der vergangenen Zeit die Maßnahmen zur Minderung der Dieselrußpartikel zu einer relevanten Verbesserung geführt haben, sind gleichzeitig die Konzentrationen der ausgestoßenen Stickoxide angestiegen. Die wirksamste Schutzmaßnahme und damit Stand der Technik ist die Absaugung direkt an der Quelle – auch bei modernen Motoren, welche die Abgasnorm Euro 6 erfüllen 
(Dr. Hebisch/Dr. Wolf, BRANDSchutz, Deutsche Feuerwehr-Zeitung 06/2018).

Stand: 01/2019