in einem Regal einer Rettungswache befinden sich medizinische GerĂ€te ©UK NRW | BGW

RW Betrieb und Anwendung von Medizinprodukten🔈

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Medizinprodukte dĂŒrfen nur von Mitarbeitenden betrieben und angewendet werden, die die dafĂŒr erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung besitzen. Bei aktiven, energetisch betriebenen Medizinprodukten, wie z. B. einer elektrischen Patiententrage, muss eine dokumentierte Einweisung aller Mitarbeitenden durchgefĂŒhrt werden. Handelt es sich um selbsterklĂ€rende oder um baugleiche Medizinprodukte, ist eine (erneute) Einweisung nicht notwendig (§4 Abs. 2 u. 3 Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV)).

In der Rettungswache ist das immer dann der Fall, wenn beispielsweise baugleiche Patiententragen in allen Rettungswagen nacheinander nachgerĂŒstet werden und bereits eine Einweisung anhand einer neuen Patiententrage durchgefĂŒhrt wurde. Ein selbsterklĂ€rendes Medizinprodukt wĂ€re z. B. eine Nahtschere, deren Funktion hinlĂ€nglich bekannt ist. Die Handhabung von Medizinprodukten, wie Defibrillatoren durch beauftragte Personen, die u. a. zu den in Anlage 1 aufgefĂŒhrten Medizinprodukten zĂ€hlen, ist zwingend durch den Hersteller anhand der Gebrauchsanweisung und Kennzeichnungen zu erklĂ€ren.

Nicht zu verwechseln ist die einmalige Einweisung zur Sicherstellung eines ordnungsgemĂ€ĂŸen Betriebes eines Medizinproduktes mit der jĂ€hrlich durchzufĂŒhrenden Unterweisung gemĂ€ĂŸ §12 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Medizinprodukte sind in den jĂ€hrlichen Unterweisungen im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes zu berĂŒcksichtigen. Eine einmalige Einweisung in die Handhabung eines GerĂ€tes reicht nicht aus. Zu beachten sind hierbei die durch das KonformitĂ€tsbewertungsverfahren zugrunde gelegten Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen und daraus abgeleitete Sicherheitsvorkehrungen und Sicherheitseinrichtungen, die der Hersteller in den zur VerfĂŒgung gestellten Unterlagen benennt und erklĂ€rt. In vom Arbeitgeber erstellten Betriebsanweisungen werden diese Vorkehrungen und Einrichtungen weiter ausgefĂŒhrt.

Betriebsanweisungen sind das Ergebnis der durchgefĂŒhrten GefĂ€hrdungsbeurteilung vor Ort in der BetriebsstĂ€tte und Grundlage fĂŒr die Unterweisung der Mitarbeitenden. Bei der Erstellung einer Betriebsanweisung sind u. a. die Qualifikation der Anwendenden und spezifische betriebliche Gegebenheiten zu berĂŒcksichtigen. Je höher die Qualifikation und je einfacher das Produkt, umso einfacher können Betriebsanweisung und Unterweisung gestaltet sein.

Vor dem Anwenden oder dem Betrieb eines Medizinproduktes muss sich die oder der Anwendende von der FunktionsfĂ€higkeit des GerĂ€tes ĂŒberzeugen. Lediglich Mitarbeitende, die in die Funktionsweise des Medizinproduktes eingewiesen wurden, dĂŒrfen diese auch anwenden. Vor EinsĂ€tzen mĂŒssen sich Anwendende davon ĂŒberzeugen, dass z. B. Patiententragen keine augenscheinlichen SchĂ€den aufweisen und leichtgĂ€ngig aus dem Rettungswagen entnommen und gesichert werden können. HĂ€ufig versagt der Arretierungsmechanismus der Patiententrage im Rettungswagen, und es kommt zu UnfĂ€llen bei denen die vermeintlich gesicherte Patiententrage aus der Verankerung rutscht und den RettungskrĂ€ften entgegenschlĂ€gt.

Stand: 07/2024
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