Sicherer Rettungsdienst

RW

Gefährdungsbeurteilung  

Belastungen in einer integrierten Rettungsleitstelle

01 | Informationen

In integrierten Rettungsleitstellen (ILS) werden Rettungsdienste, Feuerwehr und Katastrophenschutz gemeinsam disponiert. Disponentinnen und Disponenten in integrierten Leitstellen sind das erste Glied in der Notfallversorgung. Ihnen kommt neben einer hohen Verantwortung auch ein enormes Arbeitspensum zu. Das an den Einsatzstellen vor Ort tätige Personal, wie Notärztinnen und Notärzte, Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter, Polizistinnen und Poli­zisten sowie andere Helferinnen und Helfer, wird anders öffentlich wahrgenommen. Es tritt an Einsatzstellen als Personen in Erscheinung. Dagegen ist die zentrale, leitende und überwachende Funktion von Disponentinnen und Disponenten im Rettungswesen eher wenigen Menschen bewusst.

Wie stark die psychische Belastung für Disponentinnen und Disponenten tatsächlich ist, wurde durch eine Untersuchung im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung in einer großen Leitstelle gezeigt.
Die Untersuchung der Universität München (Frau Dr. Herbig, Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin) und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Herr Dr. A. Müller, Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin) hatte im Jahr 2015/2016 insbesondere zum Ergebnis, dass die Tätigkeiten der Leitstellendisponentinnen und Leitstellendisponenten

  • hohe kognitive und kommunikative Anforderungen,
  • eingeschränkte Spielräume durch zu beachtende Regeln sowie
  • emotionale Belastungen durch eingehende Notrufe

haben.

Es war bisher unklar, wie stark diese Belastungen sind und wie sich ihre Konstellation auf physiologische und psychologische Beanspruchungsfolgen auswirkt.