RW Simulationsraum
Der Simulationsraum dient der realitätsnahen Vorbereitung auf medizinische und psychosoziale Einsatzlagen. Er ist so gestaltet, dass er typische Einsatzorte des Rettungsdienstes nachbildet, z. B. eine Patientenwohnung. Um eine möglichst lebensnahe Umgebung zu schaffen, werden in diesem Raum bewusst Situationen erzeugt, die im üblichen Arbeitsumfeld nicht vorkommen dürfen, jedoch in realen Einsätzen zu erwarten sind. Dazu gehören veränderte Lichtverhältnisse, beengte Platzverhältnisse und mögliche Stolperkanten wie Teppiche oder nicht standsichere Möbel.

Damit dieser besondere Raum sicher genutzt werden kann, sind klare Schutzmaßnahmen erforderlich. Die Nutzung erfolgt nur mit vollständiger persönlicher Schutzausrüstung. Dazu gehören Sicherheitsschuhe und die sonst übliche Ausstattung für den realen Einsatz. Bewegliche Möbel, Pflegebetten oder medizinische Trainingsgeräte müssen regelmäßig geprüft werden. Elektrisch oder hydraulisch betriebene Betten, Kameratechnik oder weitere Geräte sind so zu platzieren, dass Kabel, Leitungen und mechanische Elemente keine zusätzliche Gefahr verursachen.
Der Raum darf sich in seiner Gestaltung bewusst von den Vorgaben für reguläre Arbeitsräume unterscheiden, dennoch müssen arbeitsschutzrechtliche Grundanforderungen berücksichtigt werden. Dies betrifft insbesondere die sichere Nutzung der eingebrachten Technik, den Schutz vor elektrischen Gefährdungen und die sichere Anordnung von beweglichen Einrichtungsgegenständen.
Für jede Simulation ist eine gesonderte Gefährdungsbeurteilung erforderlich. Sie berücksichtigt die Teilnehmenden, die simulierte Einsatzlage, den Aufbau des Raumes und die dabei verwendete Technik. Auch der Ablauf der Simulation muss vorher betrachtet werden, um Gefahren zu erkennen, die durch Umlagerungen, Transportwege oder besondere Rollenspiele entstehen können. Ziel dieser Vorbereitung ist es, die Simulation realistisch, aber dennoch sicher zu gestalten. Dazu gehört auch, dass potenzielle Gefahren frühzeitig erkannt und reduziert werden, etwa durch feste Kommunikationsregeln oder klare Abbruchsignale.

Während der Simulation muss immer eine verantwortliche Person anwesend sein, die nicht aktiv am Szenario teilnimmt. Sie überwacht den Ablauf und kann jederzeit eingreifen, wenn Gefahr entsteht. Eine Erste-Hilfe-Ausstattung ist stets in der Nähe vorzuhalten, und alle Beteiligten müssen wissen, wie im Notfall Hilfe gerufen werden kann.
Auf die Einweisung in reale Medizingeräte ist besonders zu achten. Wenn in der Simulation echte Geräte eingesetzt werden, müssen alle Beteiligten mit deren Nutzung vertraut sein. Dabei sind Vorgaben der Medizinprodukte-Betreiberverordnung zu beachten.
Zu empfehlen ist, bereits bei der Planung der Übungsszenarien alle vorhersehbaren Risiken zu minimieren. Dazu gehört, Räume vorab zu prüfen, mögliche Stolperstellen zu markieren oder abzusichern und den Teilnehmenden den sicheren Umgang mit dem Patientensimulator und der übrigen Ausstattung zu vermitteln.
Durch diese sorgfältige Vorbereitung können Vorteile der realitätsnahen Simulation genutzt werden, ohne dass die Sicherheit der Beteiligten beeinträchtigt wird.